
Ein Vision Board ist keine Wunschliste. Es ist ist keine To-do-Liste und auch kein Projektplan.
Es ist auch kein magisches Instrument, mit dem sich Dinge „manifestieren“, wenn man es nur richtig macht.
Ein Vision Board ist ein Bild. Ein Bild für das, was sich innerlich schon zeigt – oder leise andeutet.
Es kann Orientierung geben, ohne etwas festzulegen. Es kann innere Bewegung sichtbar machen, ohne sie sofort erklären oder in Worte fassen zu müssen.
Ein Vision Board ist ein Zugang zu etwas, das oft noch kein klares Ziel ist, sondern eher eine Richtung, eine Stimmung, ein Gefühl. Etwas, das da ist – aber sich oft noch nicht vollständig greifen lässt.
Was ein Vision Board kann – und was nicht
Was es kann:
- Es macht innere Ausrichtung sichtbar
- Es hilft zu spüren, was gerade wichtig wird
- Es holt das Unbewusste mit ins Boot – über Resonanz, nicht über Analyse
- Es kann Entscheidungen vorbereiten
- Es gibt leise Orientierung im Alltag
- Es richtet den Blick auf das, was stärkt
- Es erinnert an das, was zählt
Was es nicht kann:
- Es ist kein Werkzeug zur Zielerreichung im klassischen Sinn
- Es ersetzt keine bewusste Auseinandersetzung
- Es trifft keine Entscheidungen
- Es bringt keine Veränderung von außen
- Es löst keine inneren Konflikte
Was Bilder in uns bewegen
Gefühle sind oft schneller als Gedanken.
Und vieles, was wir nicht in Worte fassen können, zeigt sich zuerst in Bildern.
Manchmal berührt uns etwas, ohne dass wir gleich sagen können, warum.
Eine Farbe, eine Bewegung, ein Gesichtsausdruck – und innerlich kommt etwas in Gang.
Genau das ist gemeint mit Resonanz.
Ein Bild muss nichts erklären oder begründen. Es reicht, wenn du spürst: Das spricht mich an.
Umgekehrt gilt auch:
Bilder, die zwar zum Thema passen, aber nichts in dir auslösen, dürfen draußen bleiben.
Vision oder Ziel? Ein Unterschied, der spürbar ist
Ein Ziel ist konkret: messbar, planbar, überprüfbar.
Eine Vision ist offener. Sie beschreibt eher eine Richtung als ein Ergebnis.
Ziele beziehen sich oft auf einzelne Lebensbereiche.
Eine Vision ist umfassender: Sie hat mit Stimmigkeit zu tun – mit dem Leben, das sich richtig anfühlt. Mit dem, was dir wichtig ist. Mit dem, wie du sein willst – nicht nur, was du erreichen willst.
Ein Ziel fragt: Was will ich schaffen?
Eine Vision fragt: Was passt zu mir?
Beides kann hilfreich sein.
Aber ein Vision Board ist kein Plan zur Zielerreichung.
Es geht nicht ums Festlegen, sondern ums Hinspüren.
Vorbereitung mit dem Lebensrad
Bevor du mit dem Vision Board beginnst, nimm dir einen Moment Zeit, um dich innerlich zu sortieren.
Was ist dir wichtig? Wo fühlst du dich gerade stimmig – und wo nicht?
Der Lebenskompass kann dabei helfen.
Er schaut auf acht Lebensbereiche: Arbeit, Beziehungen, Gesundheit, Alltag, Entwicklung und andere. Nicht, um etwas zu bewerten – sondern um ein Gespür dafür zu bekommen, wie es dir in den einzelnen Feldern geht.
Du musst nicht alles verändern.
Aber vielleicht gibt es ein bis drei Bereiche, die dich besonders beschäftigen – oder in denen du eine neue Ausrichtung suchst. Diese kannst du in dein Vision Board einfließen lassen.
Es ist aber auch in Ordnung, ganz ohne Lebensbereiche zu arbeiten.
Manche Bilder zeigen keine Themen, sondern Stimmungen: Ruhe, Klarheit, Weite, Lebendigkeit.
Auch das darf Raum haben.
Ein inneres Bild zulassen
Bevor du beginnst, stell dir einen Moment lang vor, wie ein Tag aussehen könnte, an dem du dich wohlfühlst.
Nicht im Sinne eines perfekten Tages – sondern so, dass du denkst: Ja, das fühlt sich stimmig an.
Wie könnte dieser Tag beginnen?
Wie verbringst du ihn?
Was tust du – und wie fühlst du dich dabei?
Gibt es Menschen, mit denen du zusammen bist? Bist du drinnen oder draußen?
Geht es eher ruhig oder lebendig zu?
Vielleicht entsteht dabei kein klares Bild, sondern eher ein Gefühl, ein Licht, eine Farbe.
Vielleicht zeigen sich kleine Szenen – oder nur ein Detail. Auch das reicht.
Es geht nicht darum, etwas zu planen.
Nur darum, etwas wahrzunehmen.
Analog oder digital – wie du dein Vision Board umsetzen möchtest
Bevor du beginnst, Bilder, Worte oder Symbole zu sammeln, triff eine Entscheidung:
Möchtest du dein Vision Board analog gestalten – oder digital?
Beides ist möglich. Es kommt darauf an, womit du dich wohler fühlst.
1. Analog: mit Schere, Papier und Zeitschriften
Viele Menschen mögen das haptische Arbeiten – Bilder ausschneiden, sortieren, anordnen, aufkleben.
Du brauchst nicht viel:
- ein fester Untergrund (z. B. DIN-A3-Pappe, Karton oder Vision-Board-Rahmen)
- Zeitschriften, Ausdrucke oder Fotos
- Schere, Kleber, evtl. Stifte
Das analoge Board kannst du sichtbar im Raum platzieren – etwa an deinem Schreibtisch oder einem ruhigen Ort.
Es wirkt oft durch seine Präsenz im Alltag.
2. Digital: am Bildschirm gestalten
Wenn du lieber am Laptop, Tablet oder Handy arbeitest, kannst du dein Vision Board auch digital erstellen.
Das hat Vorteile:
- du kannst gezielt Bilder im Internet suchen (z. B. über Pinterest oder freie Bilddatenbanken)
- du kannst leichter umsortieren und anpassen
- du hast es jederzeit digital dabei
Mögliche Tools:
- Canva (einfach, auch in der kostenlosen Version)
- Miro (visuelles Whiteboard)
- PowerPoint / Keynote
- oder Apps auf dem Smartphone
Dein fertiges digitales Board kannst du als Bild abspeichern, ausdrucken oder z. B. als Sperrbildschirm nutzen.
Entscheidungshilfe:
Beides ist gleich „wertvoll“.
Wenn du eher intuitiv und handwerklich arbeitest, passt das analoge vielleicht besser.
Wenn du gern flexibel bleibst und mit digitalen Tools vertraut bist, spricht vieles für die Bildschirmvariante.
Du kannst auch beides kombinieren – oder erst digital sammeln und später analog umsetzen.
Bilder finden, die dich ansprechen
Im nächsten Schritt sammelst du Bilder, Worte oder Symbole – ganz intuitiv.
Alles, was dich anspricht, darf mit. Du musst nicht sofort wissen, warum.
Manche Bilder stehen für etwas Konkretes: einen Wunsch, eine Veränderung, ein Thema, das dir wichtig ist.
Andere lösen einfach ein gutes Gefühl aus – ohne dass du sagen kannst, wofür sie stehen. Auch das ist wertvoll.
Sammle erst einmal ohne zu sortieren.
Lege dir mehr zur Seite, als du später brauchst.
Wenn du merkst, dass ein Bild zwar „passen“ würde, aber nichts in dir auslöst – dann darf es auch draußen bleiben. Es geht nicht um Vollständigkeit, sondern um Resonanz.
Auswählen, was wirklich spricht
Wenn du genug gesammelt hast, beginnst du zu sortieren.
Was zieht dich an?
Was spricht dich an – immer noch, vielleicht sogar stärker als vorher?
Du musst nicht wissen, warum.
Es reicht, wenn du spürst: Dieses Bild hat etwas mit mir zu tun.
Nicht alles muss bleiben.
Manche Bilder verlieren ihren Reiz, wenn du sie länger anschaust. Dann dürfen sie wieder zurück in den Stapel.
Reduziere auf das Wesentliche – nicht im Sinne von „weniger ist besser“, sondern:
Was bleibt, darf Gewicht haben.
Vielleicht bekommst du jetzt schon eine Idee, wie das Board aussehen könnte.
Vielleicht auch nicht. Beides ist völlig in Ordnung.
Dein Vision Board gestalten
Jetzt setzt du die Bilder, Worte oder Symbole zusammen.
Ob du das analog mit Papier und Kleber machst oder digital am Bildschirm – beides ist möglich.
Es geht nicht um Gestaltung im klassischen Sinn.
Du brauchst keinen Plan, keine perfekte Ordnung.
Wichtig ist nur: Du schaust dein Board gern an.
Vielleicht entsteht eine Struktur – thematisch, farblich oder intuitiv.
Vielleicht bleibt es offen und frei. Beides ist erlaubt.
Du kannst Worte oder Symbole ergänzen, wenn sie dich unterstützen.
Du musst aber nichts erklären. Es darf einfach stimmig für dich sein.
Wie dein Vision Board dich im Alltag begleiten kann
Ein Vision Board ist nichts, das du „abarbeiten“ musst.
Aber es kann dich begleiten – leise, im Hintergrund.
Vielleicht stellst du es dir sichtbar auf.
Oder du fotografierst es ab und schaust ab und zu darauf.
Vielleicht reicht ein kurzer Blick morgens oder abends.
Oder du nimmst es zur Hand, wenn du dich sortieren willst.
Es geht nicht ums Verstehen oder Analysieren.
Eher ums Erinnern. Und darum, in Kontakt zu bleiben mit dem, was dir wichtig ist.
Manche Bilder gewinnen mit der Zeit an Bedeutung.
Andere verlieren an Relevanz.
Beides darf sein.
Ein Vision Board ist eine Momentaufnahme
Ein Vision Board ist kein Endbild. Es zeigt, was dich gerade beschäftigt – was sich stimmig anfühlt, was vielleicht wachsen will.
Es kann so bleiben, wie es ist.
Oder sich im Lauf der Zeit verändern.
Vielleicht entfernst du später einzelne Bilder. Vielleicht kommen neue dazu.
All das gehört dazu.
Dein Leben bewegt sich – und dein Blick verändert sich mit.
Dein Vision Board als Begleiter
Schau dir dein fertiges Vision Board in Ruhe an.
Nicht mit dem Anspruch, etwas zu erkennen – sondern einfach, um es wirken zu lassen.
Was nimmst du wahr?
Was spricht dich an?
Gibt es Bilder, die besonders in Resonanz gehen?
Du musst nichts verstehen oder bewerten.
Es reicht, wenn du einen Moment still bleibst und spürst, was da ist.
Dein Vision Board ist jetzt da.
Und begleitet dich – so, wie es ist.