
Was ist das Lebensrad – und warum kann es helfen?
Das Lebensrad ist ein einfaches, aber wirkungsvolles Werkzeug aus der Psychologie und dem Coaching.
Es hilft dabei, das eigene Leben aus einer gewissen Distanz zu betrachten – nicht wertend, sondern beobachtend.
Man bekommt ein Gespür dafür, was gut läuft – und wo es hakt.
Das Lebensrad ist kein Test und kein Vergleich oder Wettbewerb mit anderen.
Es gibt nichts vor, sondern lädt zum Nachspüren ein.
Es zeigt Zusammenhänge, die im Alltag oft übersehen werden – und kann eine gute Grundlage für kleine oder größere Veränderungen sein.
Aufbau: Acht Lebensbereiche im Blick
In der klassischen Variante besteht das Lebensrad aus acht Segmenten.
Jedes steht für einen Lebensbereich. Zum Beispiel:
- Beruf & Wirkung
- Gesundheit & Körper
- Beziehungen & Nähe
- Gestaltungsspielraum & Freiheit
- Sinn & Entwicklung
- Alltag & Organisation
- Energie & Erholung
- Finanzen & Sicherheit
Diese Bereiche lassen sich anpassen.
Du kannst auch eigene Überschriften wählen, wenn dir andere Begriffe besser entsprechen.
Wichtig ist: Die Bereiche decken zusammen dein aktuelles Lebensgefühl ab – möglichst ohne wichtige Aspekte auszulassen.
So funktioniert die Methode
Das Lebensrad ist aufgebaut wie ein Kreis mit acht Tortenstücken.
Jedes Stück wird auf einer Skala von 0 (gar nicht zufrieden) bis 10 (völlig zufrieden) bewertet.
Du gehst nacheinander durch alle Bereiche und fragst dich:
Wie zufrieden bin ich hier – ganz subjektiv – im Moment?
Dann markierst du deinen Wert.
Am Ende verbindest du die Punkte – so entsteht eine Form. Manchmal rund, manchmal zackig – je nachdem, wie stimmig dein Leben gerade wirkt.
Was die Form dir zeigen kann
Das Bild macht sichtbar, was vorher vielleicht nur ein diffuses Gefühl war:
- Bereiche mit hoher Zufriedenheit – die oft zu wenig wahrgenommen werden
- Themen, die Energie ziehen oder schon länger nicht mehr gut laufen
- Ungleichgewichte, z. B. zwischen Geben und Nehmen, Arbeit und Erholung
Du musst nichts daraus ableiten.
Es reicht, die Form erst einmal anzuschauen und wirken zu lassen.
Oft entsteht daraus ganz von selbst ein Impuls – zum Nachjustieren, Klarziehen, Entscheiden.
Eine Momentaufnahme – kein Anspruch auf Dauer
Das Lebensrad zeigt den Zustand im Hier und Jetzt.
Nicht, wie du „sein solltest“ oder was „besser wäre“.
Manche Bereiche bleiben über Monate stabil. Andere verändern sich schnell.
Du kannst das Lebensrad auch regelmäßig einsetzen:
zum Beispiel einmal im Quartal – um Entwicklungen wahrzunehmen und wieder neu auszurichten.
Typische Reaktionen – und wie du damit umgehen kannst
Viele Menschen sind überrascht, wenn sie ihr Lebensrad zum ersten Mal sehen.
Manchmal wirkt es chaotischer, als sie dachten.
Oder es tauchen Themen auf, die lange verdrängt waren.
Das ist normal.
Das Lebensrad lädt ein, ehrlich hinzuschauen – aber ohne Druck.
Du entscheidest selbst, ob du etwas verändern möchtest. Und wenn ja, wie groß oder klein der nächste Schritt sein soll.
Was du mit dem Ergebnis tun kannst
Manche wählen gezielt einen oder zwei Bereiche aus, um damit weiterzuarbeiten.
Andere nutzen das Bild als Einstieg in ein Coaching, eine Entscheidungsfindung oder ein Vision Board.
Typische nächste Schritte könnten sein:
- Mikro-Schritte entwickeln, z. B. mehr Schlaf, weniger Termine
- eine begleitende Visualisierung machen
- Klarheit schaffen, was dir wirklich wichtig ist
- mit einer Vertrauensperson ins Gespräch gehen
Es gibt kein Richtig oder Falsch.
Du kannst auch einfach bei der Erkenntnis bleiben – das allein wirkt oft schon entlastend.
Varianten und Weiterentwicklungen
Je nach Zielsetzung kannst du das Lebensrad individuell anpassen:
- eigene Begriffe für die Lebensbereiche
- mehr oder weniger als acht Segmente
- zusätzliche Ebenen: z. B. „Ist-Zustand“ vs. „Wunsch-Zustand“
- oder eine farbliche Differenzierung für Energie, Belastung oder Zeitaufwand
Wichtig ist, dass es zu dir passt – nicht, dass es irgendeiner Vorlage entspricht.
Fazit: Warum sich der Blick aufs Ganze lohnt
Das Lebensrad schafft Überblick – nicht, um alles zu kontrollieren, sondern um besser zu spüren, was gerade dran ist.
Es bringt Themen ans Licht, die sonst leicht untergehen. Und es kann helfen, wieder mehr in Balance zu kommen.
Ob du direkt etwas verändern willst – oder einfach ein klareres Bild bekommst:
Der erste Schritt ist gemacht.